War Griechenland geplant?
Griechenland ist zwar im Moment nicht grad im Zentrum der Interessen. Da stehen grad noch Deutschland, Spanien, Uruguai und die Niederlande. Die Schweiz kommt ins Schwitzen, nicht nur weil die Temperaturen wieder über 30° gehen (was es früher auch nicht gab, in den guten alten Zeiten …), sondern weil der Export in die EU sich für diese extrem verteuert, seitdem der Euro eben so abschmiert wie vorher der Dollar. Was war es für ein Riesengeschrei, von wegen Auflösung des Euroraums etc, Rauswurf von Griechenland - sieht man sich jedoch die Entwicklung der Wechselkurse einiger Schwergewichtswährungen an, könnte man so ein bisschen den Eindruck kriegen, dass die Entwicklung vielleicht nicht mal ungewollt ist:
Der japanische Yen wie der Euro entwickelten sich praktisch parallel, mit dem Dollar, zu Schwachwährungen - während dem der starke Franken zwar Importe verbilligte, Exporte aber zunehmend erschwert. Inzwischen ist der Euro wieder deutlich näher bei Dollar und Yen, die europäische, also vor allem Deutsche Exportindustrie also wieder konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Ursache für den Verfall des Euro ist das bisher grösste finanzielle Stabilisierungspaket aller Zeiten, mehr als die bisher 10 grössten zusammen genommen:

[Bilanz 10, 2010. S. 63]
Die Hilfe an Griechenland beträgt das 2.5-fache des jährlichen Bruttoinlandproduktes:

Eine harte Währung ist günstig für ein Land, wenn es Investitionen, generell Geld anziehen will, da es sich empfiehlt als Stätte der Werterhaltung. Ein starker Franken war immer Anliegen und Vorteil des swiss banking. Auch heute kann es davon profitieren. Ob all die Angriffe auf genau dieses Banksystem nicht vielleicht doch etwas mit den neuen Chancen zu tun haben, als mit den altbekannten (Steuer-)Problemen? Zumal der französische Drachentöter in Sachen clean banking, Monsieur Woerth, in Koalition mit Liliane Bettencourt, sich zur Zeit auch nicht grad mit Ruhm bekleckert.
Chancen für das Private Banking in der Schweiz
Mit einsetzendem Beschuss erst von Seiten der USA, dann von fast allen Nachbarn, unterstützt durch Datenklau (), konnte man annehmen, die Sache mit dem Bankgeheimnis, und ev. der Stärke der Schweizer Banken sei gelaufen. Dem ist nicht so, denn, obwohl sich die Anlagen stark verringert haben, beträgt die Verringerung der offshore-Einlagen genau gleich viel wie die Verringerung der Inlandseinlagen, ist also eine Folge der Wertverluste, die doch 2007-08 um 35-40% betrugen:
[Swiss Private Banking Guide 2010]
Von den 60 Milliarden Euro welche Italienische Anleger anlässlich der letzten Steueramnestie legalisiert haben, blieben 45 in der Schweiz - auch ohne Geheimnis. Auch die CS konnte 2/3 der Gelder halten, was daf’ür spricht, dass Schweizer Banken, auch ohne “Steuervergünstigungen”, einen qualitativen Vorsprung haben in der Anlageberatung betuchter Kunden. Es wird sogar angenommen, dass mit steigenden Staatschulden der solide Währungsplatz Schweiz sogar noch mehr Gelder anziehen kann, a) weil hier kein Staatsbankrott droht, b) weil der Franken eine starke Währung bleibt, also nicht mit Kursverlusten zu rechnen ist wie eben gerade bei Euro, Yen und Dollar.
Was das Bankgeheimnis betrifft, so vertritt die Schweiz mit Anerkennung des OECD-Standards nun eigentlich nur noch den Standard, den sich Europa selbst gesetzt hat, und kann auf die Haarspalterei mit Steuerhinterziehung und Steuerbetrug verzichten.
Die CS, in den letzten Jahren nicht immer gelobt, aber dank der massiven Probleme der UBS selten im Rampenlicht, erhielt sogar von Euromoney den Preis für das beste Private- Banking, die UBS den von myprivatebanking.com für die beste Private-Banking-Website - während dem die ZKB, laut Global Finance Magazine, die sicherste Universalbank der Welt sei.
Nichtsdestoweniger wird für die nächsten 5 Jahre mit dem Verschwinden von etwa 1/5 der Vermögensverwalter gerechnet, dies auf Grund des Margendrucks, der Regulierungskosten und der verschlechterten Wachstumsperspektiven für kleine Banken ohne internationale Ausrichtung. Was die andern betrifft, die grossen, so ist das Problem des “too big to fail” bei weitem nicht entschärft, im Gegenteil, sie werden noch grösser. Vor der Krise hielten die 25 grössten Banken der USA 56% aller Vermögenswerte. Heute sind es 59%.
Die Schweiz sollte sich also nicht all zu schlecht machen (immerhin sind “wir” bald, sofern Spanien gewinnt, Superweltmeister, denn immerhin haben wir ja die Spanier geschlagen …). Scherz beiseite. Trotz all der Beleidigungen in letzter Zeit, nicht bloss durch “Ghadaffi den Bekloppten”, ist die Schweiz ein bevorzugter Standort für manch internationale Firma. 269 haben sich alleine seit 2003 hier niedergelassen, und, wie’s scheint, nicht mal des Bankgeheimnisses wegen, auch nicht der Steuern wegen, sondern auf Grund der politischen Stabilität, der Rechtssicherheit, Lebensqualität und harmonischem sozialem Klima, guter Infrastruktur, guter Ausbildung der Arbeitskräfte und liberalem Arbeitsrecht. Steuervorteile kommen erst auf Platz 11 der ADL-Studie.

economiesuisse schliesst - aus einer selbst veranstalteten Umfrage - dass die wichtigsten Elemente der Bildung an der Volksschule die Erstsprache (also für diejenigen die das hier lesen vermutlich deutsch) und Mathematik sei. Kompetenzen in andern Fächern wie Naturwissenschaften, Englisch, weitere Fremdsprache folgen in beträchlichem Abstand, und/oder gewinnen erst an Bedeutung mit höherem Leistungsniveau.
Besonders widerlich sind die erwünschten nicht kognitiven “Kompetenzen”: